Donnerstag, 14. Oktober 2010

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Die Nacht war alles andere als erholsam. Die Betten zu weich, das Zimmer (an der Hauptstraße gelegen) recht laut und durch die Straßenlampen auch recht hell. Die irischen Doppelbetten sind schmal und obwohl wir beiden schmalen Mädels uns dieses teilen, reicht es irgendwie immer noch nicht und ich habe entweder die Knie oder die Füße der Tochter im Rücken oder muss mit ihr um die gemeinsame Bettdecke kämpfen *grrr*. Na irgendwann, um genau zu sein halb 8, ist dann zum Glück die Nacht vorbei, wir packen unseren Krempel und begeben uns zum Frühstücken nach unten. Heute empfangen uns die Hausherrin und die beiden netten Mädels, welche wir gestern schon kennen lernen durften. Full Irish Breakfest ist angesagt und wir sind gespannt. Auf dem Tisch stehen Brot, Butter, Marmelade, Obst, Toast, Kaffee, Milch, Joghurt, Wurst, Käse… frisch gebracht wird für jeden gebratener Speck, gebratene Würstchen, Spiegelei und Black Pudding.


Hm das riecht und schmeckt sehr lecker, da ist schnell die schlechte Nacht vergessen. Freundlich werden wir in den leicht nieseligen Tag entlassen und beginnen unsere Rundtour Richtung Norden.


Es geht eine längere Zeit am schönen Lough Foyle entlang, welcher zugleich auch die Grenze zu Nordirland bildet.


Unser Reiseführer empfiehlt vor Moville einen Abstecher zu einem alten verfallenen Friedhof an dessen Eingang ein 3m hohes Kreuz mit einem Loch steht. Durch dieses Loch hat man sich früher wohl die Hände zur Vetragsbesiegelung gegeben.


Uns zieht es aber schnell weiter zum nördlichsten Punkt Irlands – Malin Head. Unterwegs sehen wir entweder dünn besiedelte dörfliche Landschaft oder grässliche Siedlungen, wo alle Häuser genau gleich aussehen. Viele Häuser sind unvollendet oder stehen zum Verkauf, auch ein Zeichen für die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes. Andererseits gibt es auch riesige Prachtbauten mit großem Grundstück, die Schere zwischen arm und reich klafft hier wohl noch weiter auseinander als bei uns.

Wir erreichen Malin Head und sind erstmal nicht so begeistert von den hässlichen Betonbaracken aus dem Zweiten Weltkrieg und dem von der britischen Admiralität als Signalturm erbauten klotzigen Turm.




Doch der herrliche Anblick von dort aufs Meer und seine Felsen macht alles wieder wett. Wir überklettern die Absperrung (ja wozu ist sonst der Leiterüberstieg über den Stacheldraht gedacht?) und laufen und klettern über die Wiese und die Felsen ganz nah ans Wasser heran – atemberaubend. Wie viele vor uns legen wir unser Kürzel aus Steinen auf die Wiese, wandern zum Höllenloch und zu einem nah dem Wasser errichteten Holzkreuz, wo viele meist total verrostete Geldmünzen liegen. Klar legen wir etwas dazu und fragen uns, wie lange es dauert, bis so ein Centstück verrottet ist.








Schon wieder ist der Tag weit fortgeschritten und unser Plan, wenigstens die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses Landstriches zu sehen erweist sich als absolut unmöglich. Zudem sollte man Donegal besser erwandern als mit dem Auto erkunden.

Am Lough Swilly vorbei geht der Rückweg nach Letterkenny und wir begeben uns auf die dreistündige Rückfahrt zum Cottage. Viele Sehenswürdigkeiten finden wir erst gar nicht (man kennt ja die teils schlechte Beschilderung hier) und für den Rest ist einfach die Zeit zu knapp.


Pünktlich zur Rushhour erreichen wir Sligo, knipsen noch schnell den „Hausberg“ Bulben und freuen uns aufs gemütliche Heim, mit den bequemen Betten und seinen Kaminen.

398km

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